Kaum eine Zahl entscheidet in Deutschland so stark über Kreditzusagen wie der Schufa-Score. Doch wie er zustande kommt, bleibt für viele Verbraucher undurchsichtig. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, was hinter dem Score steckt – und worauf Sie achten sollten.

Auf einen Blick

  • Der Schufa-Score ist ein Wahrscheinlichkeitswert zwischen 0 und 100 Prozent.
  • Je höher der Wert, desto geringer das geschätzte Ausfallrisiko.
  • Zahlungshistorie, laufende Verpflichtungen und Anzahl der Konten zählen am stärksten.
  • Sie haben einmal jährlich Anrecht auf eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO.

Was ist der Schufa-Score?

Die Schufa Holding AG sammelt Informationen über das Zahlungsverhalten von Verbrauchern und verdichtet sie zu einem sogenannten Basisscore. Dieser drückt als Prozentwert aus, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Banken nutzen zusätzlich branchenspezifische Scores, die je nach Geschäftsvorfall – etwa Ratenkredit oder Girokonto – unterschiedlich ausfallen können.

Welche Daten fließen ein?

Entscheidend ist vor allem, ob Rechnungen und Raten pünktlich beglichen werden. Negativmerkmale wie gekündigte Konten, Mahnverfahren oder titulierte Forderungen wirken sich deutlich aus. Aber auch neutrale Daten spielen eine Rolle:

  • Anzahl und Laufzeit bestehender Kredite und Girokonten
  • Häufigkeit von Kreditanfragen in kurzer Zeit
  • Dauer der Geschäftsbeziehungen
  • Adressdaten und deren Stabilität

Ihr Einkommen, Ihr Vermögen, Ihr Beruf oder Ihre Nationalität gehören ausdrücklich nicht zu den von der Schufa gespeicherten Merkmalen.

Konditionsanfrage statt Kreditanfrage

Ein häufiger Fehler: Mehrere echte „Kreditanfragen“ kurz hintereinander können den Score belasten. Stellen Banken hingegen eine „Anfrage Kreditkonditionen“, ist diese Schufa-neutral und für andere Stellen nicht sichtbar. Achten Sie deshalb bei Vergleichsportalen darauf, dass nur eine Konditionsanfrage gestellt wird.

Score prüfen und Fehler korrigieren

Einmal jährlich können Sie eine kostenlose Datenkopie anfordern und Ihre gespeicherten Einträge prüfen. Veraltete oder falsche Angaben lassen sich korrigieren lassen – das kann den Score spürbar verbessern. Erledigte Forderungen werden in der Regel nach drei Jahren gelöscht.

Häufige Fragen

Senkt jede Kreditkarte meinen Score?

Nein. Ein verantwortungsvoll genutztes Konto kann sich sogar positiv auswirken, weil es eine stabile Geschäftsbeziehung dokumentiert. Problematisch wird es erst bei Zahlungsverzug.

Wie schnell verbessert sich der Score?

Da viele Daten monatlich aktualisiert werden, zeigen sich positive Effekte – etwa nach Tilgung eines Kredits – oft erst nach einigen Wochen bis Monaten.

Kann ich Einträge löschen lassen?

Nur fehlerhafte Einträge. Korrekte Negativmerkmale bleiben bis zum Ablauf der gesetzlichen Speicherfristen bestehen.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ist keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Konditionen und Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Anbieter und können sich ändern. Maßgeblich sind stets die offiziellen Angaben des jeweiligen Anbieters.